Jettinger Wasserversorgungsanlage pumpt jetzt mit Strom aus der Sonne

Ein wichtiger Schritt für die Marktgemeinde in Richtung regionaler Energiewende

An öffentlichen Gebäuden soll es zukünftig mehr Photovoltaikanlagen geben. Vor kurzem hatten über 20 Bürgermeister aus dem Landkreis Günzburg auf der Klimaschutzklausur die praktische Umsetzung des kommunalen Energiemanagements beschlossen. Eines der Ziele sei, dass die Gemeinden im Landkreis verstärkt Photovoltaikanlagen zur Eigenstromnutzung auf den Dächern ihrer Liegenschaften installieren, so Alois Sporer, Leiter des Klimaschutzbüros am Landratsamt Günzburg. Mit verschiedenen anderen Kommunes spielt der Markt Jettingen-Scheppach dabei bereits eine Vorreiterrolle: Nur kurze Zeit nach dem zweitägigen Bürgermeisterseminar wurde die Solaranlage auf dem Dach der Wasserversorgungsanlage in Betrieb genommen. Die Anlage mit einer Größe von 54 kWp und  Solarkollektoren sowohl auf der Ost- als auch auf der Westseite deckt mit mehr als 80 Prozent selbst produziertem Solarstrom den Großteil des Strombedarfs der Pumpen der Wasserversorgungsanlage. Florian Steber, Geschäftsführer des ausführenden Planungs- und Installationsunternehmens ÖKO-Haus in Eppishausen verweist dabei auf die detaillierten Auswertungen des täglichen Lastgangs des Pumpwerkes, die als Grundlage für die Berechnungen zur Optimierung der Eigenverbrauchsquote dienten.

Bereits im vergangenen Jahr erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Energiezentrum Allgäu (eza) eine energetische Bestandsaufnahme aller öffentlichen Gebäude in der Marktgemeinde. Handelte es sich in der Vergangenheit bei Photovoltaikanlagen vorrangig um Einspeiseanlagen, geht es heute vor allem um den Eigenverbrauch der erzeugten Energie.  Wichtig ist im Moment, dass das Projekt – gerade an einem Gebäude wie der Wasserversorgungsanlage – reibungslos realisiert und in Betrieb genommen werden konnte . „Wir machen nicht nur einen großen Schritt in Richtung regionaler Energiewende, sondern sparen darüberhinaus auch noch bares Geld!“, betont Jettingen-Scheppachs Bürgermeister Hans  Reichhart nicht ohne Stolz. Wenn im Frühjahr erste Auswertungen vorliegen, könnten weitere für Photovoltaikanlagen geeignete gemeindliche Objekte untersucht werden.

Vor kurzem ging die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Jettinger Wasserversorgungsanlage in Betrieb. Im Bild von links: Florian Steber (ÖKO-Haus), Alois Sporer (Landratsamt Günzburg), Erster Bürgermeister Hans Reichhart und Günther Mayer (Bauamt)
Vor kurzem ging die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Jettinger Wasserversorgungsanlage in Betrieb.
Im Bild von links: Florian Steber (ÖKO-Haus), Alois Sporer (Landratsamt Günzburg), Erster Bürgermeister Hans Reichhart und Günther Mayer (Bauamt)